Samstag, 6. september 2008
Kein Pokerkonzept der Welt kann einen Spieler besser machen oder erfolgreicher, wenn dieser Spieler keine Selbstkontrolle hat. Und die meisten Poker-Spieler zeigen wirklich schreckliche
Selbstkontrolle.
Selbstverständlich hält sich jeder Spieler für diszipliniert, wenn er direkt danach gefragt wird.
Poker ist aber ein Spiel, das in vielen
Situationen mit großen Versuchungen lockt. Und es gehört wohl zum Spiel, dass die meisten Spieler diesen Versuchungen nicht widerstehen können, und dann etwas tun, was sie sonst nicht getan hätten
und es sogar wissen, dass objektiv betrachtet diese oder jene Entscheidungen eigentlich "richtig" wäre. In jedem Pokerspieler lauert ein Dämon, der nach einem verlorenen Draw im nächsten Spiel, den
Spieler beherrscht und 7-7 massiv raist. Nicht der Spieler ist schuld, es ist dieser Dämon, der immer dann auftaucht, wenn der Spieler verwundbar wird.
Zu wissen, was "man" tun soll, ist gut. Aber dieses Wissen ist wertlos, wenn man es nicht anwendet. Beim Pokern zu gewinnen ist doch das einfachste der Welt: finde heraus, was das gerade das beste
ist, was man tun kann und dann tue es.
Die richtige Strategie oder Taktik herauszufinden ist nicht so einfach, aber Spieler mit kühlem Kopf wissen sehr viel darüber, was zu tun ist und warum es zu tun ist. Aber eine große Zahl an
Spielern handeln gegen ihr eigenes Wissen.
Menschliche Wesen haben jede Menge Schwächen. Darum ist Poker ein so interessantes Spiel, weil es so konzipiert ist, diese Schwächen herauszustellen und sie zu einem der wichtigsten Teile des
Spiels zu machen. Menschen, die zu einer Entscheidung gezwungen werden, wie beim Pokern, machen Fehler. Vor allem dann, wenn sie unter Druck oder Stress stehen, wütend sind, verärgert, frustriert
oder auch euphorisch. Rationale Entscheidungen können brilliant sein, aber Emotionen sind oft stärker. Alles, was eine Entscheidung schwierig macht, sieht man am Pokertisch.
Es gibt auch viele einfache Entscheidungen, die ohne Einschalten des Hirns leicht getroffen werden können. Aber Spieler, die gewinnen wollen, müssen sich dahin trainieren, kristallklar zu denken,
und zwar unabhängig vom emotionalen Stress, damit selbst in den heißesten Situationen die richtige Aktion gewählt wird.
Wenn der Spieler, der gewinnen will, das Pokerspiel gut studiert hat und versucht, so gut wie möglich zu spielen und die mentale Stärke hat, sich immer selbst treu zu bleiben und nichts als die
beste Entscheidung zu finden, dann gehört er einer klaren Minderheit an und hat nebenbei die allerbesten Chancen, seine Ziele zu erreichen.
Ein Spieler kann eine unermesslich hohe Bankroll haben, es wird nicht alleine ausreichen, wenn er zwar weiss, dass 7-2 schlecht ist, aber es nicht lassen kann, damit ins Spiel zu gehen.
Man kann Glück nicht kontrollieren, aber sich selbst. Und wer das schafft, hat schon ein beträchtliches Stück des Weges zum Pokergewinner hinter sich gebracht.
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Have fun!